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Stadt der verlorenen Seelen

Regie: Rosa von Praunheim 

D, 1983, 91 min., Farbe, OmU, FSK: 16

Dieses groteske Musical von 1983 stellt eine Gruppe von amerikanischen Transsexuellen und Transvestiten vor, die Anfang der 80er Jahre in Berlin leben. Rosa von Praunheim lässt ihnen Raum für ihre pompöse, obszöne und enttabuisierte Selbstbespiegelung. Unter diesen wilden und wahnsinnigen Künstlern finden wir die schwarze Drag aus New York Angie Stardust, den transgender Punksänger Jayne County, den Transvestiten Tara O'Hara und den kubanischen Performer Joaquin La Habana.

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Stadt der verlorenen Seelen

Regie: Rosa von Praunheim 

D, 1983, 91 min., Farbe, OmU, FSK: 16

Dieses groteske Musical von 1983 stellt eine Gruppe von amerikanischen Transsexuellen und Transvestiten vor, die Anfang der 80er Jahre in Berlin leben. Rosa von Praunheim lässt ihnen Raum für ihre pompöse, obszöne und enttabuisierte Selbstbespiegelung. Unter diesen wilden und wahnsinnigen Künstlern finden wir die schwarze Drag aus New York Angie Stardust, den transgender Punksänger Jayne County, den Transvestiten Tara O'Hara und den kubanischen Performer Joaquin La Habana.

Inhalt

Inhalt

Berlin, Schauplatz von Rocksängern, Tänzern, Akrobaten, Schwarzen, Schwulen, Transsexuellen und Juden. Inmitten dieser turbulenten Szene lebt eine Gruppe von Amerikanern. Da ist Angie Stardust, eine schwarze, wilde, wahnsinnige Tänzerin aus Harlem, New York, die in Transvestitenclubs arbeitet und mit ihrem Temperament die Menschen zu Begeisterungstürmen hinreißt. Sie fühlt sich auch sexuell zu Frauen hingezogen. Ihre Freundin Katja ist ein wunderschönes junges Mädchen, das sie abgöttisch liebt. Angie hat sich selbstständig gemacht. In ihrem “Bistro” zur “Hamburger Königin” gibt es nicht nur schmackhafte Hamburger, sondern auch noch eine bunt gemischte Palette von ausgefallenen Typen, die zugleich in ihrer Pension leben. 
Gary ist ein schwarzer, exotischer Tänzer, der die Magie liebt und ihr verfallen ist. In Gruppentherapien läßt er die Menschen nach seinem Willen “tanzen”. Tara O’Hara, ehemaliger Krankenpfleger, ist stolz auf seine männlichen und weiblichen Reize, die er mit einem heißen Striptease gerne zur Schau stellt und des öfteren zur nächtlichen Stunde einige Besucher mit auf’s Zimmer nimmt. Allerdings ganz zum Missmut von Loretta, die mit ihm das Zimmer teilt und in Anbetracht der Situation dann leider den Platz räumen muss. Die arme Loretta möchte so gerne Schauspielerin werden, doch niemand nimmt sie so richtig ernst, und deshalb muss sie immer weinen.
Joaquin La Habana kommt aus Kuba. In seinem Show ist er männlich und weiblich zugleich. Er möchte gerne der größte Show Star der Welt sein.
Tja, und dann sind da noch Judith und Tron mit ihrer großen Trapeznummer. Durch einen Unfall am Trapez ist Judith außer Gefecht gesetzt. Tron verliebt sich in Rolf, worüber Judith zuerst seht traurig ist, was sich allerdings schnell wieder geht, weil sie Gerhard kennenlernt.
Nicht zu vergessen ist natürlich unser großer Star, Lila, aus dem Südstaaten. Sie ist in Berlin, um schöne Männer und die große Liebe zu finden, verliebt sich in einen Russen und wird schließlich ein Rock-Star in der DDR.
Da haben wir sie, die ausgefallenen Typen, die sich ständig ner erfinden und viele neidisch machen, die sich anpassen und das zum Prinzip erheben.
Schaut sie Euch an, unsere Helden in Berlin, in der “STADT DER VERLORENEN SEELEN”. Und, we weiß, vielleicht finden sich in den anderen Städten hier und da noch weitere “verlorene Seelen”…?

 

Credits

Stabliste

Produktion Rosa von Praunheim Filmproduktion, HR, SFB

Produzent Johannes Surek

Drehbuch & Regie Rosa von Praunheim

Cast Jayne County, Angie Stardust, Judith Flex, Gary Miller, Joaquin la Habana, Tara O’Hara, Tron von Hollywood, Manfred Finger, Wolfgang Schumacher, Lorraine Muthke, Lotti Huber

Schnitt Rosa von Praunheim

Kamera Stephan Köster

Musik Holger Münzer

songs by Alexander Kraut, Jayne County, Angie Stardust

 

Pressestimmen

Pressestimmen

 

STADT DER VERLORENEN SEELEN - BERLIN BLUES

Nicht erst seit Ru Paul und Heidi Klum (haha!) sind Dragqueens ein kleiner, aber wichtiger Teil der Szene. Sie waren schon immer da und kämpften an vorderster Front für Gleichberechtigung und Akzeptanz. Ein ganz wunderbarer cineastischer „Beweis“ dafür ist auch dieser Film von Rosa von Praunheim. 

Gedreht 1983, dem Jahr, als in Berlin die AIDS-Hilfe gegründet wurde, das Magazin Der Spiegel mit „Tödliche Seuche Aids“ Bewusstsein schuf, aber auch Angst verbreitete, Jimmy Somerville, Paul Young und Madonna durchstarteten, Michael Jackson mit „Thriller“ nicht nur in den deutschen Charts punktete und Lech Wałęsa den Friedensnobelpreis bekam.

Rosa von Praunheims Film „City of Lost Souls / Stadt der verlorenen Seelen – Berlin Blues“ lässt uns eine schillernde und bewusst obszöne Gruppe Transvestiten und Transsexuellen aus den USA erleben, die in West-Berlin mit ihrer Kunst gehörig Schwung in die durch die DDR isolierte Punker-Stadt brachten. Mit dabei Angie Stardust (1939 – 2007), die dann später an der Reeperbahn in Hamburg mit „Angie's Nightclub“ großes Queeres schuf, Tara O'Hara (wurde 1983 ermordet) und Schauspielerin und Tänzerin Lotti Huber (1912 – 1998).

 

Transen in Berlin »Stadt der verlorenen Seelen«

Viele Jahre hatte Rosa von Praunheim, einer der Vorkämpfer der deutschen Homosexuellen-Bewegung, in New York gelebt und in seinen Filmen auch die dortige Undergroundszene dokumentiert. Anfang der 1980er Jahre war er nach Berlin zurückgekehrt, wo mit „Stadt der verlorenen Seelen“ dann ein Film von ihm entstand, der sich nun mit amerikanischen Immigranten in der geteilten deutschen Stadt beschäftigte.

Berlin war in dieser Zeit bereits zu einer Metropole für Künstler, Musiker und Paradiesvögel geworden und machte dahingehend New York starke Konkurrenz. David Bowie hatte in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre in Berlin gelebt und diese Zeit in seiner legendären Berlin-Trilogie verarbeitet. Auch Iggy Pop, Brian Eno, Lou Reed und Romy Haag entdeckten in jener Zeit ihre Liebe zu der schicksalsschwangeren deutschen Stadt. Rosa von Praunheim nutzte seine Rückkehr in seine Wahlheimat, um die dortige Subkultur ausländischer Transvestiten und Transsexueller in Berlin spielerisch einzufangen. Seine Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilm erhielt den Titel „Stadt der verlorenen Seelen“ (respektive „City of Lost Souls“), ist aber auch unter dem Titel „Berlin Blues“ bekannt. Nun ist das Werk aus dem Jahr 1983 erstmals als Einzel-DVD erhältlich, die in der Veröffentlichung bei Missingfilms zusätzlich eine Soundtrack-CD enthält. 

Angie Stardust (spielt sich selbst) betreibt in Berlin das Burger-Restaurant „Hamburger Königin“. Zu ihren Angestellten und Untermietern im angrenzenden Gebäude gehören die Transsexuelle Lila (Jayne County), die gerne ein Star werden möchte, der freizügige Tänzer Gary (Gary Miller), der sich den dunklen Künsten verschrieben hat, der Transvestit Tara O’Hara (spielt sich selbst) und das Artisten-Duo Judith (Judith Flex) und Tron von Hollywood (spielt sich selbst). Rosa von Praunheim taucht in seinem Film ins kunterbunte Leben der Paradiesvögel ein, durchbricht die bewusst laienhaft dargebotenen Spielszenen immer wieder mit musicalhaften Einlagen, in denen die Hauptdarstellerinnen ihr Gesangstalent demonstrieren, sowie mit dokumentarisch anmutenden Szenen, in denen die Protagonistinnen aus ihrem Leben erzählen, was mit Fotoaufnahmen illustriert wird. 

Das Ergebnis ist ein spannendes Zeitdokument aus dem wilden Berlin der Prä-AIDS-Ära, in dem so mancher Dilettantismus munter zur Schau gestellt wird. Rosa von Praunheim gibt darüber hinaus Einblicke in die Clubszene jener Zeit, und hat vor seiner Kamera wieder einmal eine spannende Melange der unterschiedlichsten und interessantesten Typen versammelt. Am stärksten ist der Film in den Musikeinlagen und in den Einblicken in das (echte) Leben der Darsteller, wohingegen man den laienhaften Charme der Spielszenen mögen muss, um damit etwas anfangen zu können. Für Fans jedenfalls eine kurzweilige und abwechslungsreiche Ausgrabung. Der Film liegt auf der DVD im Vollbildformat (1,34:1) vor, bei dem das Bild recht blasse Farben aufweist. Der zweisprachig in Deutsch und Englisch gedrehte Film weist enthält fest eingeblendete deutsche Untertitel, englische Untertitel kann man für die deutschen Passagen optional zuschalten. Als Extras gibt es die bereits erwähnte zusätzliche Soundtrack-CD (acht Titel, Gesamtspieldauer: ca. 34 Minuten), den Kurzdokumentarfilm „Homosexuelle in New York“ (aus dem Jahr 1971, 5 Minuten), eine kleine animierte Fotogalerie, einen Pressespiegel und das Programmheft zum „Filmball der verlorenen Seelen“ (die beiden letzteren auch wahlweise als PDF-Dateien im DVD-ROM-Teil).

Zauberspiegel - von Frank Brenner (2019)

 

 

“Eine über weite Strecken […] amüsante Show” Frankfurter Rundschau“Eine über weite Strecken […] amüsante Show” Frankfurter Rundschau (1983)

“Ein schräges Spektakel, ein ausgeflipptes exhibitionistisches Potpourri” Kölner Stadtanzeiger (1983)

“Es lebe das dritte Geschlecht!” taz (1983)

“Die Hälfte des Publikums tanzte mit. Es hatte den Anschein, daß der Film jene Qualitäten besitzt, die einen Film zum Kultfilm machen” FAZ (1983)

Biografie

Biografie

Rosa von Praunheim, vielfach und international preisgekrönter Filmregisseur und Autor, gilt als wichtiger Vertreter des postmodernen deutschen Films und ist Wegbereiter der politischen Schwulen- und Lesbenbewegung in der Bundesrepublik. In über 50 Jahren drehte er über 150 Filme. Als Holger Mischwitzky 1942 in Riga, Lettland, geboren, wuchs er in Frankfurt am Main und lebt ab Mitte der 60er Jahre in Berlin. Ab 1970 drehte er unter anderem „Die Bettwurst“, bis heute Kultfilm, und „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt“, mit dem er die neue deutsche Schwulenbewegung gründete. Durch den Skandal, den der Film auslöste wurde er berühmt und berüchtigt.Rosa von Praunheim, vielfach und international preisgekrönter Filmregisseur und Autor, gilt als wichtiger Vertreter des postmodernen deutschen Films und ist Wegbereiter der politischen Schwulen- und Lesbenbewegung in der Bundesrepublik. In über 50 Jahren drehte er über 150 Filme. Als Holger Mischwitzky 1942 in Riga, Lettland, geboren, wuchs er in Frankfurt am Main und lebt ab Mitte der 60er Jahre in Berlin. Ab 1970 drehte er unter anderem „Die Bettwurst“, bis heute Kultfilm, und „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt“, mit dem er die neue deutsche Schwulenbewegung gründete. Durch den Skandal, den der Film auslöste wurde er berühmt und berüchtigt.

Interview

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