Chichinette-dt_190304 Kopie.jpg
https://www.youtube.com/watch?v=**********
 

Chichinette - Wie ich zufällig Spionin wurde

Regie: Nicola Alice Hens

D 2019, 86 min., Farbe, Französisch/Englisch mit Deutsche UT, FSK: tbc

Die bisher unbekannte Geschichte einer französisch-jüdischen Spionin, Marthe Cohn - alias Chichinette. Nachdem sie fast 60 Jahre lang geschwiegen hat, erzählt sie nun ihre außergewöhnliche Geschichte von einer 4,5 Fuß großen Frau, die es schaffte, entgegen aller Wahrscheinlichkeiten, die Nazis als Spionin zu bekämpfen. Im Alter von 99 Jahren bereist sie heute die Welt und vermittelt ihre Botschaft an Menschen aller Generationen.

Chichinette-dt_190304 Kopie.jpg
https://www.youtube.com/watch?v=**********
 

Chichinette - Wie ich zufällig Spionin wurde

Regie: Nicola Alice Hens

D 2019, 86 min., Farbe, Französisch/Englisch mit Deutsche UT, FSK: tbc

Die bisher unbekannte Geschichte einer französisch-jüdischen Spionin, Marthe Cohn - alias Chichinette. Nachdem sie fast 60 Jahre lang geschwiegen hat, erzählt sie nun ihre außergewöhnliche Geschichte von einer 4,5 Fuß großen Frau, die es schaffte, entgegen aller Wahrscheinlichkeiten, die Nazis als Spionin zu bekämpfen. Im Alter von 99 Jahren bereist sie heute die Welt und vermittelt ihre Botschaft an Menschen aller Generationen.

Inhalt

Inhalt

Mit 99 Jahren tourt die kleine weißhaarige Frau wie ein Rockstar durch die ganze Welt. Marthe Hoffnung Cohn ist ein Superstar der "WWII-witnesses". Ihre Vorträge sind unterhaltsam und gespickt mit Pointen, mit Schlagfertigkeit und Charme fesselt Marthe ihr Publikum. Und mit ihrer unglaublichen Lebensgeschichte: Marthe Hoffnung Cohn, eine französischen Jüdin aus Metz, die im Krieg ihren Verlobten und ihre Schwester verlor und 1945 entschied, als Spionin für die Alliierten in Nazi-Deutschland ihr Leben aufs Spiel zu setzen und für das Ende des Krieges zu kämpfen. Dann sprach sie 60 Jahre nicht über ihre unglaubliche Geschichte. 

„Chichinette - Wie ich zufällig Spionin wurde" erzählt in atmosphärischen, teils animierten Bildern eine unglaubliche Lebensgeschichte und beobachtet Marthe heute, wie sie mit der liebevollen Unterstützung ihres Mannes Major mit fast manischem Eifer um die Welt reist, um ihre Geschichte mit der jungen Generation zu teilen. Denn sie weiß, viel Zeit bleibt ihr nicht mehr.

 

Credits

Stabliste

 

Drehbuch & Regie Nicola Alice Hens

Kamera Gaetan Varone & Nicola Alice Hens 

Schnitt Michelle Barbin

Animation Aline Helmcke

Musik Raphael Bigaud & Vincent David

Sound Design Thomas Prulière & Fabio Viana Coggiola

Tonmischung Silvio Naumann

Grading Christine Hiam

Story Advisor Andres Veiel

 

Produktion Amos Geva

Koproduktion Merovee Films, DFFB, RBB

Executive Producer Michael Potter & Jonathan & Gail Schorsch

Line Producer Xenia Thamm 

 

Pressestimmen

Pressestimmen

 

Biografie

Biografie

Nicola Alice Hens

Kamerafrau, Filmemacherin und Dozentin. Studierte an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, der Bauhaus-Universität Weimar und der Kunstakademie Toulouse, Frankreich. Während und nach dem Studium arbeitete sie als Videojournalistin und initialisierte ein interkulturelles Filmprojekt mit Schülern im Senegal.

Seit 2015 unterrichtet sie Film im internationalen Masterprogramm Medienkunst an der Universität Weimar und arbeitet parallel dazu depatmentübergrifend als Kamerafrau, Editorin sowie an der Entwicklung und Umsetzung ihrer eigenen Stoffe mit einem besonderen Interesse für unkonventionelle Erzählformate.

Filme, die sie als Kamerafrau oder Regisseurin umsetzte wurden weltweit gezeigt und ausgezeichnet, u.a. DOK Leipzig, Jerusalem Filmfestival, Reykjavik Filmfestival, Festival dei Popoli Florence, DOK NYC, Documentary Filmfestival Palm Springs, DocAviv, Dok.fest München, Filmfest Dresden...

Der teil-animierte Dokumentarfilm “Chichinette - Wie ich zufällig Spionin wurde” ist ihr Langfilm-Debüt. Mehr infos unter www.nicolahens.de

 

Filmografie Regie (Auswahl):

2014: Babuschka, wo sind die Gäste? Dokumentarfilm, 16 Min, 16mm Auszeichnung Filmtage Selb 2014

2012: Far from Beijing, Dokumentarfilm, 30 Min., HD

2006: Shalom Salam, Dokumentarfilm, 52 Min., DV (Co-Regie)

Preis: dokumentART Filmfestival Neubrandenburg 2006

2003: Omulaule heißt Schwarz, Dokumentarfilm, 66 Min., DV (Co-Regie)
Preis der Landeszentrale für Politische Bildung Thüringen 2003, Jugendkulturpreis der Stadt eisenach 2004, Preis: Black Cinema FIlmfest Berlin 2004, Festivalauswahl: DOK Leipzig 2003, Videofest Kassel 2003, DOK München 2004, Cologne Conference 2004, Wild International Film Festival Windhoek, Namibia 2004

Interview

Regiekommentar

 

Keck streckt die kleine, weißhaarige Frau vor der Kamera die Zunge raus. Sie kann es sich leisten, denn ihre Fans – und auch ich – lieben sie für ihre Direktheit, ihre Schlagfertigkeit und ihren Humor.

Als ich Marthe das erste Mal traf, fielen mir sofort die leuchtenden Augen auf. Aus ihnen schießt mehr Energie als bei so mancher Zwanzigjährigen und sie stehen im starken Kontrast zu Marthes kleiner gebeugter Gestalt, die sich nur langsam durch den Raum bewegt. Sie hat eine interessante Persönlichkeit, ihre Jugendlichkeit und Neugierde verbinden sich mit Altersweisheit und einer gewissen Besessenheit. Mit mittlerweile fast 99 Jahren ist sie ein wahrer Globetrotter, angetrieben von fast missionarischem Eifer.  

Marthe hat ihre Geschichte zur Lebensaufgabe gemacht und berichtet als eine der letzten Zeitzeuginnen von ihrer Spionagetätigkeit im 2. Weltkrieg. Sie weiß, dass ihre persönliche Erzählung das Publikum berührt und zum Nachdenken anregt, vor allem die jungen Leute. Das ist ihr wichtig. Es ist ihre Art, heute weiterzukämpfen.

Ich kann mir sie als junge Frau gut vorstellen, als „Chichinette“, die kleine Nervensäge. Damals hat sie alles getan, um Widerstand zu leisten. Doch erst mal musste „die kleine Blonde“ darum kämpfen, überhaupt ernst genommen zu werden. Ich verfolge mit dem Film retrospektiv ihre Entwicklung vom wohl behüteten Mädchen aus einer orthodox jüdischen Familie bis hin zur „abgebrühten“ Spionin. Um im Krieg zu überleben – oft nur knapp – bleibt sie möglichst unauffällig, als Spionin schließlich wird sie zur begnadeten Trickserin. Im Land der Feinde, ihrer Peiniger und Verfolger, den Mördern ihrer Schwester und ihres Verlobten, schafft sie es, sich als eine überzeugte Anhängerin des Nazi-Regimes auszugeben. Mit ihrem Charme und ihrer nun bewusst inszenierten Unbedarftheit erreicht sie mehr, als jemals von ihr erwartet worden wäre. Und wenn sie heute davon erzählt, leuchtet noch immer der Schalk aus ihren Augen.

Als ich sie mit der Kamera zu Hause in Los Angeles besuche, bemerke ich ihre Rastlosigkleit. Sie ist schon wieder auf dem Sprung, plant die nächsten Reisen. Kaum vorstellbar, dass sie nach dem Krieg ein „ganz normales Leben“ führen wollte und niemandem von ihren Kriegserfahrungen erzählte!

Sechzig Jahre schwieg sie, doch dann ging alles ganz schnell. Durch die militärischen Ehrungen wurde Marthe zum „Medienstar“ und steht jetzt ständig im Rampenlicht. Die vielen Vortragsreisen bedeuten enormen Stress, aber Absagen kommt nicht in Frage. Ihr Mann Major muss mit  und die Gesundheit steht hinten an, denn Marthe weiß: viel Zeit bleibt ihr nicht mehr.

Je näher ich Marthe kennen lerne, desto mehr offenbaren sich auch die Seiten ihrer Geschichte, die sie ihrem Publikum nicht so offenherzig preisgibt. Es braucht viel Zeit und Vertrauen, bis sie auch die emotionalen Momente mit mir teilt, die sie so lange im Schweigen behütet hat. Marthes lebhafte und manchmal auch nachdenkliche Erzählung, durch die sie historische Daten mit Leben füllt, habe ich zu einem umfassenden biografischen Mosaik zusammengesetzt. Private Fotos, Archivaufnahmen und handgezeichnete Animationen vervollständigen das Bild.

Marthes Biografie ist geprägt von Flucht, Ungewissheit und Verlust, sie spiegelt europäische Geschichte wieder und angesichts der aktuellen Debatten um den Umgang mit Geflüchteten, offen geäußertem Rassismus und vermehrter Skepsis gegenüber einem geeinten Europa erscheinen Marthes existentielle Lebenserfahrungen wieder aktueller denn je.

Ich hoffe, dass Marthes ungewöhnliche Lebensgeschichte, verbunden mit ihrem sperrigen Charakter, der Lebensbejahung und ihrem unerschütterlichen Humor, viele Menschen berühren wird, so wie sie mich berührt hat.

(Nicola Alice Hens)

Festivals

Festival Deutschland und Preise

 

Downloads

Downloads

Attachments:
FileDescriptionFile size
Download this file (Chichinette_still_dancing_fast.jpg)Still 6 407 kB
Download this file (Chichinette_still_demarcation_marthe.jpg)Still 5 350 kB
Download this file (Chichinette_still_field.jpg)Still 4 467 kB
Download this file (Chichinette_still_marthe_interview.jpg)Still 3 385 kB
Download this file (Chichinette_still_marthe_tounge.jpg)Still 2 247 kB
Download this file (Chichinette_still_MuM_london.jpg)Still 1 565 kB

Jetzt im Kino!!

Jetzt im Kino