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SCHATTENSTUNDE

Regie: Benjamin Martins

D, 2021, 78 Minuten, Bild 1:1, Ton 5.1

Jochen Klepper lebte als christlicher Schriftsteller, Journalist und Dichter mit seiner jüdischen Frau Johanna und seiner ebenfalls jüdischen Stieftochter Renate, zur Zeit des Nationalsozialismus in Berlin. Am 10. Dezember 1942 scheiterte die Ausreise von Frau und Stieftochter aus dem ehemaligen Deutschen Reich und die Deportation der weiblichen Familienmitglieder stand kurz bevor. Von Adolf Eichmann vor die Goebbelsche Alternative gestellt, Beruf oder Ehe, traf Jochen Klepper eine unerhörte Entscheidung. Eine Entscheidung, die mit ihm tausende Deutsche in Mischehe getroffen haben. So leise, dass selbst heute nur wenige davon gehört haben.

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SCHATTENSTUNDE

Regie: Benjamin Martins

D, 2021, 78 Minuten, Bild 1:1, Ton 5.1

Jochen Klepper lebte als christlicher Schriftsteller, Journalist und Dichter mit seiner jüdischen Frau Johanna und seiner ebenfalls jüdischen Stieftochter Renate, zur Zeit des Nationalsozialismus in Berlin. Am 10. Dezember 1942 scheiterte die Ausreise von Frau und Stieftochter aus dem ehemaligen Deutschen Reich und die Deportation der weiblichen Familienmitglieder stand kurz bevor. Von Adolf Eichmann vor die Goebbelsche Alternative gestellt, Beruf oder Ehe, traf Jochen Klepper eine unerhörte Entscheidung. Eine Entscheidung, die mit ihm tausende Deutsche in Mischehe getroffen haben. So leise, dass selbst heute nur wenige davon gehört haben.

Inhalt

Inhalt

Dem Film, der die letzten gemeinsamen Stunden der Familie Klepper erzählt, liegen Jochen Kleppers umfangreiche Tagebuchaufzeichnungen zugrunde. Die letzten Gespräche der Familie sind sensibel mit den diversen Tagebucheinträgen Jochen Kleppers verwebt. Die Bedrängnis und die gefühlte Enge, die jüdische Familien durch die Nationalsozialisten erfahren mussten, gibt Regisseur Benjamin Martins in dem Film deutlich an das Publikum weiter. Denn so wie auch das Leben der Kleppers immer mehr eingeschränkt wurde, wird in SCHATTENSTUNDE auch das Blickfeld der Kinozuschauer:innen eingeschränkt, indem der Film als Quadrat (1:1) auf der Leinwand zu sehen ist

 

Credits

Stabliste

 

Drehbuch & Regie Benjamin Martins

Produktion Floriana Maddalena Maiello & Benjamin Martins

Kamera & Schnitt Malte Papenfuss

Oberbeleuchter Jörg Heinzmann

Tonmeister Dominik Lange

Kostümbild Eleni Chava & Tess Ungan

Ausstattung Johanna Schließer

Musik Max Schuller

Sound Design & Mischung Marc Lehnert & Michael Bötticher

Visual Effects Meike Deutscher, Alina Axt, Maxi Fröhlich, Benjamin Brandt & Johannes Engelhardt

 

Cast:

Jochen Klepper  Christoph Kaiser

Johanna Klepper Beate Krist

Renate Stein Sarah Palarczyk

Adolf Eichmann Dirk Waanders

Hans Karbe Klaus Rodewald

Der Schatten Boris Becker

 

Pressestimmen

Pressestimmen

Hier gibt es bald erste Pressestimmen zum Film.

 

Biografie

Biografie

Benjamin Martins begann seine künstlerische Arbeit zunächst als Schauspieler am Theater und bei Film und Fernsehen. Nach seiner Schauspielausbildung in Köln und Berlin führte ihn sein erstes Engagement nach Paris. Dort gab er für Disneys "Enchanted Candleabration" Cinderellas Prince Charming. Anschließend übernahm er für 2 Staffeln die Rolle des geistig behinderten Aaron Zuckmeyer in der KiKA Fernsehserie "Schloss Einstein". Es folgten Engagements im TV u.a. für "Die Anrheiner", "Dahoam is Dahoam" und "Heiter bis Tödlich". Im Theater war Benjamin beispielsweise als Ferdinand von Walther in Schillers "Kabale und Liebe" bei den Frankenfestspielen und an der Komödie Frankfurt zu sehen. 2013 wechselte er dann auch hinter die Kamera und gab mit dem Kurzfilm "Ameisenpakt" sein Regiedebüt. Seither liefen seine Filme weltweit über die Leinwände namenhafter Filmfestivals (unter anderem in Berlin, New York und Los Angeles) und wurden mehrfach national und international ausgezeichnet. Im Zuge dessen gründete er mit seinem Hund Müsli die Filmproduktionsfirma Herbsthund Filme. Thematisch beschäftigen sich Benjamins Filme, für die er immer auch selbst als Drehbuchautor tätig ist, grundsätzlich mit Menschen, deren Stimmen in der Gesellschaft häufig überhört werden

 

Interview

Interview

Wieso wollten Sie diesen Film machen? Was für eine Bedeutung hat Schattenstunde für Sie?

Um 1940 gab es allein in Berlin zwischen 20 und 30 jüdischer Familienselbstmorde täglich. Die Namen dieser Menschen tauchen auf keiner Gedenktafel in den ehemaligen Konzentrationslagern auf, da Sie niemals dort ankamen. Anhand des Beispiels von Familie Klepper möchte ich an die vielen Menschen erinnern, deren Namen still und leise verloren gegangen sind. Jochen Kleppers Verbundenheit mit Gott und seine unerschütterliche Hoffnung auf ein Wiedersehen nach dem Tod haben mich sehr ergriffen. Der private Verlust von geliebten Menschen und Tieren lösen in mir eine ungeheure Angst aus, dass dieses, doch recht ernüchternde Leben, das Einzige sein könnte, was es gibt. Mit Jochen Kleppers Texten und Tagebuchaufzeichnungen konnte ich mich gemeinsam mit ihm auf die Suche nach einer Antwort begeben.

Und haben Sie diese Antwort gefunden?

Ich habe die Ermutigung gefunden auf Gott zu hoffen, selbst wenn mir das Glauben manchmal schwerfällt. Gott scheint anders zu sein als ich ihn mir vorstelle. Aber zum Glück ist Gott nicht an meine Vorstellungskraft oder die Erklärungen anderer Menschen gebunden und ich freue mich darauf ihn hoffentlich eines Tages zu sehen.

Sie treten meistens gemeinsam mit Ihrem Hund Müsli auf. Was hat es damit auf sich?

Müsli hat gemeinsam mit mir die Filmproduktion Herbsthund Filme gegründet. Ich übernehme meistens die Regiearbeiten, während Müsli das Gesicht von Herbsthund Filme ist. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich Müsli zu Filmevents begleiten kann. Dem/der aufmerksamen Zuschauer:in wird auch aufgefallen sein, dass Müsli in all unseren Spielfilmproduktionen zu entdecken ist.

Sie haben Schattenstunde quasi als One-Man-Show auf die Beine gestellt, wie haben Sie das geschafft?

Das ist so nicht richtig. Es stimmt, dass ich das Gerüst für diesen Film auf die Beine gestellt habe und neben dem Drehbuchschreiben, der Regie und der Produktion viele Aufgaben mitübernommen habe. Jeder Job ist ein Teil des Ganzen und ich liebe es, meine Filme mit jeder Pore in mich aufzunehmen. Dazu gehört es eben auch, die Toiletten am Set zu putzen oder Regenmaschinen zu bauen und zu testen. Auch wenn dieser Einsatz sehr viel Kraft braucht, könnte ich gar nicht anders. Ich hätte immer das Gefühl meinen eigenen Film zu verpassen. Zudem bin ich sehr perfektionistisch und es fällt mir schwer nicht überall meine Finger drin zu haben. Doch es ist auch wichtig, Dinge abzugeben und zu erkennen, dass man einfach nicht in allem gut ist. Nur wenn jede:r im Team die Möglichkeit hat, sich in seinem Bereich entfalten zu können, kann ein Gesamtkunstwerk entstehen. Wenn Filmemacher:innen zu viel Kontrolle über das Team ausüben wollen, verstümmeln sie damit meines Erachtens den kreativen Schaffensprozess. Schattenstunde hatte ein wahnsinnig engagiertes und talentiertes Team und fast alle haben für diese wichtige Geschichte weit mehr gegeben, als man sich vorstellen kann. Ich denke, dass man dem Film diese gemeinsame Verbundenheit zum Projekt ansehen kann.

 

Festivals

Festival Deutschland und Preise

 

- FIRST STEPS AWARD 2021 - Bester Spielfilm

Jurybegründung:

Mit beeindruckendem Mut erzählt SCHATTENSTUNDE von den letzten Stunden des christlichen Schriftstellers Jochen Klepper und seiner jüdischen Ehefrau und Tochter – einer Familie, die in einem nationalsozialistisch regierten Deutschland nur noch den Selbstmord als Ausweg sieht. Kammerspielartig inszeniert Regisseur Benjamin Martins Hadern und Ausweglosigkeit. Obwohl der physische Raum so klein ist, wird die Geschichte gesellschaftsübergreifend erzählt. Dabei greift er auf einen schier unerschöpflichen Ideenreichtum zurück und bricht konstant mit filmischen Konventionen und Sehgewohnheiten. Die so erschafften Bilder treffen einen bis ins Mark und zeugen von einer beeindruckenden künstlerischen Übersetzung emotionaler Klaustrophobie. Eine Freiheit im Geist und in der Neuschöpfung kreativer Mittel, die wir so noch nie gesehen haben.

Jury FIRST STEPS Spielfilme 2021: Jonas Dornbach, Yoshi Heimrath, Robert Hofmann, Soleen Yusef, Maryam Zaree

 

- INTERNATIONALES FILMFEST MÜNCHEN 2021 - Weltpremiere

 

Pressematerial

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