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Ein Fisch, der auf dem Rücken schwimmt

Regie: Eliza Petkova

D, 2020, 103 min., Farbe, OmU, FSK: tba

Eine Liebesgeschichte über eine ungewöhnliche Dreiecksbeziehung, in der sich die Beteiligten mehr zumuten als sie zu ertragen fähig sind.

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Ein Fisch, der auf dem Rücken schwimmt

Regie: Eliza Petkova

D, 2020, 103 min., Farbe, OmU, FSK: tba

Eine Liebesgeschichte über eine ungewöhnliche Dreiecksbeziehung, in der sich die Beteiligten mehr zumuten als sie zu ertragen fähig sind.

Inhalt

Inhalt

Andrea, eine Frau ohne Vergangenheit – verspielt, offen, voller Energie, ehrlich, unberechenbar. Sie ist impulsiv wie ein Kind. Philipp und Martin sind Vater und Sohn – beide lieben sie. Andreas Anwesenheit soll die Lücke der verstorbenen Hanna füllen. Es folgt ein Sommer der erfüllten Sehnsüchte. Doch die innere Leere beginnt nach Trost, nach Bindung und nicht zuletzt nach Sicherheit zu suchen. Sie will besitzen. Die Liebe wird durch Angst verdrängt und die Gegenwart verschwindet mit der Frage nach dem morgigen Tag. Drei Personen. Ein Haus. Sie leben und handeln jenseits der Gesellschaftsnormen und scheitern dann doch an ihren viel zu menschlichen Bedürfnissen. Am Ende bleiben die Leere und die Frage nach der Schuld, die nicht verortet werden kann.

 

Credits

Stabliste

Buch & Regie: ELIZA PETKOVA

Bildgestaltung: CONSTANZE SCHMITT

Produktion: KONSTANTIN KANN

Kostüm- & Maskenbild: NURIA HEYCK & ANNA PHILIPPA MÜLLER

Ton: HANNES MARGET, EMIL MORGENSTERN

Szenenbild: MIREN OLLER

Oberbeleuchter: DAVID SCHMITT

Produzenten:

DEUTSCHE FILM- UND FERNSEHAKADEMIE BERLIN

Herstellungsleitung: ANDREAS LOUIS

 

DAS KIND MIT DER GOLDENEN JACKE FILMPRODUKTION

Ko-Produzenten: MATHIEU MIVILLE & NATHAN NILL

 

REKA PICTURES

Ko-Produzenten: ELIZA PETKOVA & KONSTANTIN KANN

 

WILD GRASS FILMS

Ko-Produzent: EDMOND YANG

 

Pressestimmen

Pressestimmen

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Biografie

Biografie

Regisseurin Eliza Petkova:
Geboren 1983 in Veliko Tarnovo, Bulgarien. 2008 nach dem Magisterabschluss in Philosophie und Modernes Japan an der „Heinrich-Heine-Universität” zu Düsseldorf, beginnt sie als freie Filmemacherin in Berlin zu arbeiten, wo sie zunächst den Fokus auf Dokumentarfilm legt. Seit 2011 Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin in der Fachrichtung Regie. Es entstanden diverse fiktionale Kurzfilme, die international auf vielen Filmfestivals ausgewertet wurden sowie zwei Langspielfilme. 2015 wurde der Kurzfilm ABWESEND bei den 68. Filmfestspielen in Cannes für die Sektion Cinéfondation nominiert. 2016 vollendete sie ihren ersten Langspielfilm ZHALEIKA, der auf der 66. Berlinale seine Premiere feierte. Dort wurde ZHALEIKA für den besten First Feature Film nominiert und wurde mit einer Lobenden Erwähnung von der internationalen Jury der Sektion Genaration ausgezeichnet. 2018 war sie Teilnehmerin bei den Berlinale Talents während der 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin. Jury Tätigkeit bei Filmfestivals in Deutschland, Frankreich, Polen und Bulgarien. EIN FISCH, DER AUF DEM RÜCKEN SCHWIMMT ist ihr Abschlussfilm an der Deutschen Film und Fernsehakademie Berlin.

 

Interview

Interview mit der Regisseurin

EIN FISCH, DER AUF DEM RÜCKEN SCHWIMMT ist dein zweiter Langfilm und unterscheidet sich sehr von deinem vorherigen Film ZHALEIKA. Wie bist du auf diese Thematik gekommen und was hat dich an dieser speziellen Dreiecksbeziehung interessiert?

An diesem Projekt haben mich zwischenmenschliche Beziehungen interessiert, die auf co-abhängigen Verhältnissen basieren. Dabei hat mich das Phänomen beschäftigt, wenn die innere Leere des Individuums durch die äußere Bindung an den anderen kompensiert wird. Alle Figuren im Film transportieren diesen Aspekt auf verschiedene Art und Weise. Durch Vergessen, Verdrängen und gestellte Besitzansprüche begehen die Protagonisten eine kollektive Flucht aus der Verantwortung und suchen Zuflucht in der Sicherheit einer Liebesbeziehung. Statt Geborgenheit zu erhalten, begeben sie sich in die gegenseitige Zerstörung. In der Sehnsucht nach Liebe und Halt wird der Abgrund der inneren Leere sichtbar, der sich in der eigenen Unfähigkeit zu lieben spiegelt. Was ich faszinierend in Werken wie GESCHLOSSENE GESELLSCHAFT von Sartre finde, ist, dass dort die Erwartungshaltung und die Angst vor der Urteilskraft des Einzelnen die Hölle des menschlichen Zusammenseins darstellen.

Auch in meinem Film begeben sich die Figuren in eine Art Hölle - eingesperrt im Haus verlangen sie voneinander das Unmögliche. So sehnt sich Andrea nach Philipps konstanter Nähe und Geborgenheit, während Martin sie am liebsten nur für sich besitzen würde: Er sucht bei ihr nach Sicherheit und Halt. Philipp wiederum versucht Martins Anerkennung zu bekommen und den Beweis, dass er ein guter Vater für ihn ist. Sie drehen sich im Kreis, ohne ihre Erwartungen gegenseitig stillen zu können.

Die portraitierte Frauenfigur in deinem Film ist sehr besonders - was macht sie aus?

Mir scheint, dass Frauenfiguren oft als Opfer, die gerettet werden müssen oder als die manipulative und intrigante Femme Fatale gezeichnet werden, manchmal vielleicht auch als sich selbst aufopfernde „Mutterfigur“. Mich hat die Idee von einer Frau fasziniert, die sehr instinktiv, unmittelbar und beinahe wie ein wildes Tier handelt. Eine Person, die wie ein leeres Blatt Papier wirkt, da sie über keine Vergangenheit verfügt oder sich derer zumindest nicht bewusst ist; eine Person, die sich keine Gedanken über die Zukunft macht und dadurch auch keine Konsequenzen fürchtet bzw. reflektiert. Sie hat damit etwas Kindliches – ist offen, neugierig, direkt, unberechenbar, jedoch in ihrer Impulsivität gefährlich. Sie kann nicht alleine sein und zieht alle Nähesuchenden, die von ihrer verspielten und unbeschwerten Art verzaubert werden, wie ein Magnet an. Andrea ist eine Projektionsfläche, in der alle Beteiligten die Erfüllung der eigenen Sehnsüchte und Bedürfnisse sehen. Sie lebt nur im Moment, während die anderen von der Unmittelbarkeit getrennt bleiben, da sie in der Angst vor dem morgigen Tag verweilen.

Wie war die Zusammenarbeit mit den Schauspielern? Wie war die Vorbereitung auf den Dreh?

Ich schätze mich sehr glücklich, dass der Film über so einen tollen Cast verfügt. Wir haben eine intensive Probenzeit gehabt, die sich über mehrere Wochen erstreckte. Die Dialoge im Buch dienten den Schauspielern nur als Orientierung für die Themen und Konflikte in den einzelnen Szenen. Geprobt und gedreht wurde mit improvisierten Dialogen, wobei das Geschriebene nur als Skizze diente. Meistens haben wir Szenen geprobt, die gar nicht im Drehbuch standen. Es waren Situationen, die die Aufgabe hatten, die Verhältnisse zwischen den einzelnen Figuren aufzuzeigen und für einen tieferen und komplexeren Kontext für das Spiel beim Dreh zu sorgen.

Wie wurde die Entscheidung für die Ästhetik des Films getroffen?

Bei der Erstellung des visuellen Konzepts war es uns wichtig, das Haus zu einem weiteren Protagonisten zu machen. Durch eine beobachtende Perspektive sollte stetig der vermeintliche Blick des Anderen spürbar werden. Die Enthüllung des Verborgenen war wesentlich für die Bildgestaltung – eine zentrale Rolle spielte die Objektivierung jedes Einzelnen durch das heimliche Beobachten. Das Haus sollte sich in eine Art Labor verwandeln, in dem die Protagonisten sowohl die eigenen als auch die Grenzen aller Beteiligten austesten.

Wir haben uns für eine sehr schlichte, beinahe stilisierte Ausstattung der Räume entschieden, was die innere Leere und die äußere Austauschbarkeit der Figuren widerspiegelt. So befinden sich im Haus kaum persönliche Gegenstände – es wirkt fast wie ein Unort, in dem sich Menschen begegnen, deren Verhältnisse zwischen den Extremen wandern: Grenzüberschreitung und Entfremdung.

Wie bist du auf den Titel des Films gekommen?

In der ersten Szene des Films spielt Andrea mit den Kindern Tierpantomime. Ein Mädchen versucht einen Fisch nachzuahmen, indem sie mit dem Rücken auf dem Boden liegt und wild mit Händen und Beinen zappelt. Dieses Bild schien mir sehr treffend für alles, was im Film passiert. Die Figuren versuchen das Unmögliche zu tun. Ihre Akrobatik der Gefühle lässt sie immer in einer Schieflage verweilen. Jeder verlangt das Unmögliche vom anderen und mutet sich auch selbst viel zu viel zu. Auch die Figur von Andrea ist, ähnlich wie ein glitschiger Fisch, schwer zu fassen. Man kann sie nicht einfangen und besitzen, sie gleitet einem irgendwie immer durch die Finger.

Es fällt auf, dass die meisten leitenden Positionen bei diesem Projekt mit Frauen besetzt wurden. War es dir wichtig, dass du für diese Thematik viele Frauen um dich hast?

Es war keine Absicht, extra viele weibliche Teammitglieder am Set zu haben - es hat sich auf natürliche Art und Weise so ergeben. Ich bin sehr dankbar für dieses tolle Team. Alle haben sehr motiviert und professionell mitgewirkt und ermöglichten dadurch die Entstehung dieses Films. Und natürlich freue mich, dass es ein „Frauen-Power-Projekt“ geworden ist.

 

Festivals

Festival Deutschland und Preise

2020 70. Berlinale (Perspektive Deutsches Kino) - Weltpremiere

2020 19. Filmz Mainz

 

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